Terhardt, E. (1968). Über die durch amplitudenmodulierte Sinustöne hervorgerufene Hörempfindung. Acustica 20, 210-214


Bietet man dem menschlichen Gehör amplitudenmodulierte Töne dar, so kann man mehrere Bereiche der Modulations- und Trägerfrequenz hinsichtlich der durch diesen Schall erzeugten Hörempfindung voneinander unterscheiden. Es werden die Grenzmodulationsfrequenzen, bei denen diese Bereiche voneinander getrennt werden, als Funktion der Trägerfrequenz ermittelt und mit einigen aus der Literatur bekannten Angaben verglichen. Bei tiefer Frequenzlage zeigt sich, daß das Gehör das Schallspektrum in charakteristische Frequenzbänder, die Frequenzgruppen, zerlegt und die in ein- und dieselbe Frequenzgruppe fallenden Teilschwingungen gemeinsam weiterverarbeitet. Deshalb können nur solche Teilschwingungen zur Rauhigkeit beitragen, welche einander so nahe benachbart sind, daß sie in dieselbe Frequenzgruppe fallen. Bei hoher Frequenzlage zeigt sich der Einfluß der Trägheit, mit welcher das Gehör den Hüllkurvenschwankungen in den einzelnen Frequenzgruppen folgen kann. Diese Trägheit scheint in allen Frequenzgruppen dieselbe zu sein und ist dadurch kennzeichnet, daß Rauhigkeit nur bei Schwankungsfrequenzen unter ca. 300 Hz entstehen kann.


When the human ear is exposed to amplitude modulated tones, various regions of modulation and carrier frequency can be distinguished with respect to the produced auditory sensation. The modulation frequencies separating these regions were determined as a function of the carrier frequency. They are compared with some results obtained by other authors. In a low frequency region it turns out that the sound signal is divided into critical bands, and the spectral components falling into the same critical band are superimposed in auditory processing. Therefore, roughness is only dependent on such components that fall into the same critical band. In a high frequency region the influence of auditory inertia is observed. The smoothing effect of the inertia appears to be the same in all critical bands such that roughness can emerge only for fluctuation frequencies of less than about 300 Hz.


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